Kunst in Ravensbrück - Ausdruck des Lebenswillens

„Als wesentlicher Bereich der Überlebensstrategien erwiesen sich … Gelegenheiten zur künstlerischen Betätigung, musikalischen, religiösen, politischen, zur Fertigung von kleinsten Basteleien, Geschenken, Glückwünschen, zum Unterricht. Alles musste im Verborgenen stattfinden, bedroht von der Angst, von der SS entdeckt zu werden. Und Vieles fand statt, ist abgebildet in winzigen Zeugnissen handwerklich-künstlerischen Könnens, konnte als Büchlein, Zeichnung, Tierfigur oder Kruzifix gerettet werden und wird heute in Ausstellungen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück gezeigt oder sorgfältig in den Depots verwahrt.

Dass diese Welt des geistig-künstlerischen Widerstands Zeit und Orte brauchte, ist immer wieder beschrieben und erzählt worden. So bot die zusätzliche Zwangssituation der Quarantäne Möglichkeiten des Lernens ohne Lernmaterial, des Singens ohne Gesangbücher, des Gedächtnistrainings, auch des Kennenlernens. Auf besonders eindringliche Weise ist es über Jahrzehnte von Ravensbrückerinnen unterschiedlicher Nationen betont worden, dass die Hoffnung zu überleben durch solche und ähnliche Aktivitäten gefördert wurde.“

(Sigrid Jacobeit: Das Konzentrationslager Ravensbrück 1939-1945, a.a.O)

Bis heute bekannt ist das ** Ravensbrücklied **: